31.01.2020

Mode.Land. Ein Textilfabrikant fotografiert, 1900-1925

Waldbild, Clara Bauer aus Laer, Tante L. und Kinder, 1912 Inv. Nr. 035, Privatbesitz.

Eine Ausstellung im Dortmunder U zeigt Fotografien als Quellen der Kleidungsgeschichte

Gudrun König

Aus Familienbesitz wurden vor kurzem rund 400 Glasplattennegative aus den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts für die Forschung bereitgestellt. Erstmalig konnten diese gut einhundert Jahre alten Fotografien kulturwissenschaftlich untersucht werden. Die fotografischen Aufnahmen stammen von dem westfälischen Fabrikanten Carl Bauer (1873-1963), der eine Dampfweberei in der Gemeinde Laer im Kreis Steinfurt betrieben hatte.

In der Ausstellung im Dortmunder U (23.4.-24.5.2020) werden die Fotografien exemplarisch als Quellen für die Kleidungsgeschichte diskutiert. Gezeigt werden Forschungsansätze und Forschungswege. Verdeutlicht wird, warum Fotografien des selbstverständlichen Alltags für die Wissenschaft von Interesse sind.

Clara Bauer aus Laer mit Fräulein Dammer, Hanni Nolte und Kindern, 1914 Ausflug zum Longinusturm auf dem Westerberg bei Nottuln, Inv.Nr. 268, Privatbesitz.

Bauers Bilderpraktiken berühren methodische Fragen der Geschichte privater Fotografie. Im Zentrum der Ausstellung stehen Glasplattennegative und Fotoabzüge, die das Familienleben, Männer, Frauen, Kinder und den Fabrikalltag zeigen.

In einem Lehrforschungsprojekt des Masters Kulturanalyse und Kulturvermittlung der TU Dortmund wurde das Hauptaugenmerk auf die visuelle Analyse der Kleidungsmode als Signatur der Moderne gelegt. Dabei werden klassische Trennungen von Stadt und Land in Frage gestellt. Die dichte Überlieferung des Bildbestandes erlaubt es, Momente und Moden der Moderne zu identifizieren und zu interpretieren.

Kategorie: GEZEIGT

Schlagworte: Carl Bauer · Negative · Fotografie · Kleidungsgeschichte · Dortmund · Dampfweberei · Dortmunder U · Kulturanalyse · Kulturvermittlung · Laer